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Bootviren

Bootviren gehören zu den ersten Computerviren. Sie waren bis 1995 weit verbreitet.
Der Bootvirus infiziert den Bootsektor einer Festplatte, Diskette oder den Master Boot Record (MBR) der Festplatte. Dort infiziert er den Startbereich. Wenn jetzt der Computer über die Diskette oder Festplatte gestartet (gebootet) wird, lädt sich der Virus automatisch in den Speicher und infiziert alle Disketten, die eingelegt werden. Das funktioniert nur, wenn das Medium nicht schreibgeschützt ist. Da zuerst gebootet wird, kann kein Schutz durch das Betriebssystem oder Antivirenprogrammen geboten werden.
Im Gegenteil: der Bootvirus kann Windows sogar manipulieren oder umgehen. Eine saubere Festplatte kann nur durch die infizierte Diskette geschädigt werden. Daher ist dieses Medium der Hauptüberträger.

Glücklicher Weise ist der Bootsektor und der Speicherplatz auf dem MBR gering. Dieser ist nach dem Industriestandard nur 512 Bytes groß. Es wird jedoch noch Speicher für das Bios und für die Hardware benötigt. Somit werden die Möglichkeiten für Cracker und Hacker stark eingeschränkt. Bootviren haben maximal 444 Bytes zur Verfügung. Dieses Problem wird jedoch umgangen, indem die Programmierer den Virus auf weitere Teile der Festplatte verteilen.

2005 erschienen die Ersten Bootviren für CD-ROMs. Hier werden die Abbilddateinen (ISO) infiziert. Auch ein USB-Stick ist nicht sicher. Auch hier ist eine technische Umsetzung denkbar, aber noch nicht gelungen.

Mittlerweile gibt es nur noch sehr wenige Bootviren. Die schwierige Programmierung, die technischen Einschränkungen und der effektive Schutz durch die Betriebssysteme und Antivirenprogramme machen diesen Virustypen unattraktiv für Programmierer.